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DunkelSchweigen

 
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Ayur
Gast





BeitragVerfasst am: Mo Aug 30, 2010 00:47    Titel: DunkelSchweigen Antworten mit Zitat

Es war ein ausgesprochen schroffer Tag auf einem der dunkelsten und verlassensten elendigen Planeten dieser Galaxie. Der Wind peitschte seit ihrer Ankunft unentwegt Schneeflocken gegen die Scheiben der DarkStar, einer kleinen Fregatte, die bereits vor Wochen auf dem riesigen Eisklotz gelandet war. Das spärliche Licht, das tagsüber durch die dicke Wolkendecke fiel, ließ keinen Blick weiter als ein paar dutzend Schritte weit in die karge Landschaft eindringen. Wenige Kilometer entfernt stand eben jener bedeutungsvoller Fels, an dem alles begonnen hatte.
Die Sensoren wurden durch die heftigen atmosphärischen Fluktuationen blockiert, die durch den Fels der Schatten ausgelöst wurden und die in den letzten Monaten beständig zugenommen hatten. Es war nur zu erahnen, was sich im weiteren Umkreis um das Schiff herum abspielte. Die Kommunikation war meistens abgeschnitten, nur von Zeit zu Zeit war es möglich, Transmissionen an den Kriegsplaneten zu übermitteln.

Ayur hatte die Zeit genutzt, sich den Kopf frei zu machen von all der Politik und er hatte viel nachgedacht über das weitere Vorgehen, über die Zukunft. Nachdem er monatelang die Geschicke der Schatten zu weiten Teilen geleitet und dabei einige schwerwiegende Fehler gemacht hatte, war er zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste sein möge, allem seinen Gang zu lassen und sich vorzubereiten auf das, was vor ihm lag...

Er ließ die letzten Jahre immer wieder und wieder Revue passieren. All diese Zerstörung. All die Welten, vom Schatten verschlungen. Eine Welle, die nicht aufzuhalten schien, war aus dem Süden über die Galaxie geschwappt. All die großen Häuser und Reiche, die sie überdauert und überspült hatte... Ring-Couzar, Emperor, der Südstern und viele weitere bedeutende und unbedeutende Namen waren zwischenzeitlich untergegangen. Viele neue und alte Freunde waren gekommen und gegangen auf dem Wege Ayurs von der Söldnergilde, der er entstammte, über die Dark_Zlicks bis zur Verbrüderung des Schattens, welche an eben jenem schicksalhaften Ort auf diesem finsteren Eisplaneten stattgefunden hatte.

Ayur blickte hinüber zu dem Schwert, das er damals an sich genommen hatte. Die Klinge hatte die Verbindung hergestellt, sie war ein Artefakt von mystischer Kraft. Doch die Brüder waren geschwunden, viele waren im Krieg gefallen, andere waren verschollen und wieder andere hatten sich abgewandt. Der Kreis der Bruderschaft war erschwacht. Die DunkelSchatten waren am verblassen. Ayur seufzte erschöpft und ließ die Finger einer Hand über die Klinge gleiten. Das elektrisierende Gefühl, das bei seinem ersten Kontakt zur Klinge durch seinen gesamten Körper gefahren war und das ihm stets Kraft gegeben hatte - es war nur noch sehr schwach zu spüren.

Und draußen peitschte unentwegt der Wind...
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Ayur
Gast





BeitragVerfasst am: Mo Aug 30, 2010 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Der Krieg hatte ihre Geschicke seit jeher bestimmt. Ohne Krieg war der Schatten dem Untergang geweiht. Ohne Krieg gab es keine schattige Einigkeit. Ohne Krieg trottete jeder Schatten seinen Weg, schnüffelte hier und da und wenn man ein gemütliches Plätzchen gefunden hatte, ließ man sich auf ein ausgedehntes Dösen nieder, bis der nächste Kriegsruf einen weckte...

Doch der Krieg war zu weit weg getragen worden. Der Schatten hatte sich ausgedehnt und die Grenzen und Fronten, die umkämpft wurden, waren abertausende Lichtjahre vom finsteren Zentrum entfernt. Das Hinterland war lange geklärt, es gab nichts mehr zu tun. Und der Weg an die Front war für viele eine lange und beschwerliche Reise. Die Hyperantriebe der Untergebenen waren schwach und so dauerte es mitunter Monate, ein Kriegsgebiet zu erreichen. Der Schatten war von eben jener Trägheit erfasst worden, der er früher immer mit so großem Spott begegnet war. Flexibilität und Dynamik, die die schattige Politik immer ausgemacht hatten, waren der Statik und Konserve gewichen.

Ein Herrscher hatte dies seit jeher vorgelebt. Die Konstante innerhalb des Schattens, der Ruhepol, der friedfertige Teil, der freundschaftliche, der Galaxie aufgeschlossene Herrscher des Südostens.
Wenn ein Ruf ertönte, war er immer zur Stelle gewesen und hat sich aufgeopfert. Seine Loyalität war häufig angezweifelt worden und viele Alleingänge gingen auf sein Konto. Aber er hatte sich immer wieder bewiesen. Jedoch sind die Rufe verstummt und die Initiative hallte nicht nach...

Der andere ging seiner eigenen Wege. Die von Ayur angestrebte Richtung war nicht mit dem Ziel des Sidious vereinbar. Zu stark waren die alten Verbindungen, die er pflegte. Zu stark war der Einfluss der materiellen Unterstützung der Gegner des Schattens gewesen. Er hatte sich ein anderes Ziel ausgesucht.
Sidious hatte Ayur immer vertröstet, als dieser um Unterstützung im Krieg gegen den Norden gebeten hatte. Er wurde zurück gewiesen. Die Gründe lagen auf der Hand. Dabei war Ayur derjenige, der den Weg geebnet hatte, dass Sidious dort wieder Fuß fassen konnte, wo er Schutz genoss. Ayur war es, der den Herrscher Saniuv zum Umkehren bewegt hatte, als er auf der Jagd nach dem Fliehenden gewesen war.
Nun war der Lord erstarkt, hatte auf die Kapazitäten zurück gegriffen, die lange im Schatten geruht hatten und verfolgte sein Ziel...

Ayur sollte es recht sein. Er hegte keinen Groll, weder gegen den einen Teil, noch gegen den anderen. Nicht einmal gegen die Kriegsgegner. Ayur hatte aufgegeben, die Kontrolle über die Wogen des Schattens behalten zu wollen. Es war aufreibend und anstrengend...

Stattdessen hatte er veranlasst, dass seine treuesten Untergebenen in die Freiheit entlassen wurden. Eine Freiheit, die gleichzeitig ihn selbst erreichte. Das plötzliche Fehlen der Verantwortung für andere Herrscher, für deren Flotten und deren innerhäusliches Zusammenspiel hatte einen durchaus befreienden Effekt. Es war nun an der Zeit, die Dinge neu zu ordnen.

Und draußen peitschte unentwegt der Wind...
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Ayur
Gast





BeitragVerfasst am: Fr Sep 03, 2010 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmals war es so klar, dass es nicht mehr gelang, es zu ignorieren:

Der Schatten war eine geteilte Macht.


Ayur hatte kürzlich in einer Zusammenkunft erstmals gegenüber einem Nicht-Schatten formuliert, dass es wohl niemanden innerhalb des Schattens gab, der für alle anderen Mitsprechen konnte. Das war zwar in der Vergangenheit bereits häufig behauptet worden, hatte aber nie wirklich der Wahrheit entsprochen, sondern dem Zweck der bürokratischen Irreführung derer gedient, die offiziell eine Absprache mit dem gesamten Schattenreich hatten treffen wollen.

Niemals war der Schatten derart uneinig gewesen wie dieser Tage, auch wenn er schon oft schwere Zeiten bewältigt hatte. Normalerweise war ein neuer Krieg stets das Allheilmittel sämtlicher interner Reibereien gewesen, das die Brüderlichkeit zu erneuern wusste. Doch die Lethargie hatte eine geraume Zeit um sich gegriffen. Und genau in dem Moment, in dem Ayur wieder erwacht und zu neuen Taten geschritten war, hatte er einen herben Rückschlag erlebt. Ein Verbündeter hatte eine offizielle Handlung vollführt, in die er ihn, Ayur, inbegriffen hatte. Dabei war es ausgeblieben, dass Ayur informiert wurde. Eine Absprache im Vorraus wäre zu erwarten gewesen, doch nicht einmal die Information im Nachhinein war geleistet worden. Dies hatte Ayur die Bestätigung über genau die Freiheit gegeben, die er erst kürzlich erlangt hatte. Keine Rechenschaft, keine obligatorische Verantwortung.

Und draußen war das Peitschen zu einem ohrenbetäubenden Getöse geworden...
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Ayur
Gast





BeitragVerfasst am: Di Sep 14, 2010 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Als die Kunde den Eisklotz erreichte, war die Stimmung an Bord zwiegespalten. Die einen verbuchten den glorreichen Erfolg als Anfang einer neuen Blütezeit , die anderen vermuteten, dass irgendetwas nicht stimmen konnte. Ayur zählte sich zu letzteren.

Meister Phantom war ein viel zu kluger Navigator, um auf diese Art und Weise erwischt zu werden. Irgendeinen Fehler muss er gemacht haben, willens einen geschickten Zug zur Selbstrettung zu unternehmen.
Ayur ging davon aus, dass ein Flottenbefehl nicht wie gewollt erteilt worden war.

In jedem Fall war dies ein demoralisierendes Ereignis für die Nordallianz, die somit mehr als 10% Flottenverluste und den Ausfall eines Kriegsplaneten hinnehmen musste. Hinzu kam, dass der größte Kriegsplanet auf der Seite der Schatten nun nicht mehr gebunden war und sich neuen Aufgaben zuwenden konnte. Und während Ayur die Situation durchspielte, vergaß er beinahe, warum er überhaupt auf diesen trostlosen Planeten gekommen war. Aber nur beinahe...
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Ayur
Gast





BeitragVerfasst am: Mi Sep 15, 2010 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Endlich war er da: der Tag, an dem der Wind innerhalb eines Augenzwinkerns verstummte und sich gespenstische Stille auf dem gesamten Planeten breit machte. Ayur erkannte das Zeichen. Nach Wochen in der Einöde, gefangen in der schweren Fregatte DarkStar, war der Moment gekommen...

Ein modifizierter Jäger wurde startklar gemacht und mit Notrationen, Survival-Ausrüstung und Handfeuerwaffen bestückt. Eine achtköpfige Leibgarde in voller Montur mit Helmen, Gesichtsmasken und mittelschwerer Ganzkörperpanzerung besetzte den Laderaum. Ayur und zwei Adjutanten fanden beim Pilot im Cockpit Platz. Ayur hatte ein schwarzes Stoffbündel unter dem Arm, das er nicht aus den Augen ließ...
Der Jäger startete und glitt lautlos knapp über der Baumdecke durch die Schwaden aus Schneestaub, die sich seit dem Sturm noch nicht gelegt hatten. Der Lichtkegel der Schiffsscheinwerfer illuminierte die kargen, knochigen Äste, die der Wald dem Schiff entgegen streckte. Nach wenigen Minuten Flug drehte der Jäger eine Schleife über den Bestimmungsort und setzte sacht circa zweihundert Meter vom sagenhaften Schattenfels entfernt auf.

Die Luken öffneten sich mit einem Zischen und acht Soldaten sprangen hinaus. Sie verteilten sich auf der Lichtung und sicherten das Gebiet. Dann erst verließen Ayur und seine Adjutanten das Schiff und ging zielstrebig in Richtung des Felses. Zwei der Soldaten flankierten die Delegation und leuchteten die vor ihnen liegende Fläche mit starken Scheinwerfern aus.

Ein schwaches Pulsieren ging vom Felsen aus. er schluckte zwar immer noch jeden Lichtstrahl, der ihm entgegengerichtet wurde, jedoch merkte Ayur, wie die Macht geschwunden war. Als er genau vor dem Fels zum stehen gekommen war, ergriff ihn der Wehmut. Viele der Schwerter, die ihm einmal entnommen wurden, steckten seit langem wieder im Fels. Die Gefallenen waren heimgekehrt...
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Ayur
Gast





BeitragVerfasst am: Mi Sep 15, 2010 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ayur stand eine lange Weile reglos vor dem Felsen. In ihm brodelte es...
Letztenendes gab er sich einen Ruck. Er rollte das Bündel aus. Darin befand sich das Schattenschwert, welches er die letzten Jahre stets mit sich geführt hatte.

Ayur zögerte nicht mehr lange, denn er wusste, dass die Überwindung mit jedem Augenblick schwieriger werden würde. Er rammte das Schwert in den Fels. Ein Blitz fuhr gen Himmel und Ayur prallte zurück, als die Rückkopplung seinen Körper durchdrang. Er verlor das Bewusstsein...
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